Kronleuchter von Fußballverein gespendet

Vor Kurzem sah sich der Fußballverein “Sportfreunde Großkötz“ scharfer Kritik
ausgesetzt. Im Derby gegen den Lokalrivalen “Rapid Schneckenhofen“ kam es zu Ausschreitungen zwischen Anhängern und
Spielern. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, gingen auch die beiden Trainer aufeinander los. Auch bei der
anschließenden Pressekonferenz wollte sich keiner der beiden sportlichen Leiter einen Zacken aus der Krone brechen
und die Versöhnung suchen. In der lokalen Berichterstattung des Raums Kötz wurde dieser Vorfall als leuchtendes
Beispiel für die gewaltbereiten Tendenzen im Vereinsfußball gewertet. Mehrere tatsächliche und selbst ernannte
Experten äußerten sich in mal mehr und mal weniger einleuchtender Weise.
Der Trainer der Sportfreunde, Harry Haumann, war nicht mehr länger gewillt, diese Schmähungen hinzunehmen und
schickte sich an, den Sachverhalt in anderem Licht darzustellen. So brachte er ans Licht, dass der Trainer von
Rapid Schneckenhofen, Rainer König, lauthals rot für einen seinen Spieler gefordert habe. Nur deshalb habe er ihm
heimleuchten wollen. Überhaupt würden die bisherigen Schmähungen in Zeitung und Radio, sowie das künstliche
Hochsterilisieren des Vorfalls lediglich das lichte Urteilsvermögen der hiesigen Presse aufzeigen.
Diese “verleumderischen Enthüllungen“ wurden von Rainer König als die Krönung der Unverschämtheit empfunden. Um von
seiner Seite etwas Licht in die Angelegenheit zu bringen, holte er zum verbalen Gegenschlag aus. In den Folgewochen
setzte sich der “Trainer Konflikt“ auf den Seiten der lokalen Berichterstattung, mit viel Licht und viel Schatten
fort. Schienen die Trainer in lichten Momenten einer Aussprache nahe, so waren sie sich tags darauf wieder
spinnefeind. Ihr Hang dazu, den Vorfall nur aus den eigenen Beweggründen zu beleuchten, führte dazu, dass die
beiden aneinander vorbei redeten. Es hatte den Anschein, dass man niemals Licht in die Angelegenheit bringen
könnte.
Doch schließlich war es Harry Haumann, der mit leuchtendem Beispiel vorangehen und den Konflikt beilegen sollte.
Auf Engagement Haumanns hin, spendeten die Sportfreunde einen Kronleuchter an Rapid Schneckenhofen. Harry Haumann begründete diese Gabe mit den
erleuchtenden Worten, dass er als Christ zwar nicht immer die andere Wange hinhalte, aber seinen Feind durchaus
lieb haben könne. Nun strahlt die Erleuchtung, ein Lüster sorgt dafür, im Vereinsheim von Rapid Schneckenhofen. Auch wenn Rainer König dieser
charmante Winkelzug seines Widersachers zunächst nicht sehr einleuchtete, empfand er ihn doch als krönende
Dreingabe zum Friedensangebot Haumanns. Salbungsvoll nahm er das Geschenk entgegen und sprach von einem
leuchtenden Beispiel, für Vereins übergreifende Zusammenarbeit. Um ihre Vereine in gutem Licht erscheinen zu
lassen, wurde die Übergabe des Lüsters feierlich für die Zeitung in Szene gesetzt. Zur Krönung des Ganzen wurde
die Übergabe im Lichtspielhaus von Kötz abgehalten. Die beiden Trainer gaben sich den Anschein freudiger
Ausgelassenheit und Versonnenheit. Anschließend traf man sich noch zum Bier trinken bei Kerzenschein. Die
Angelegenheit scheint nun aus der Welt geschafft und die Lokalpresse sieht sich nun gezwungen, andere Dinge zu
beleuchten.
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